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GESCHICHTE
©Wolfgang Lehmann
Im Mittelalter und in der Neuzeit wurden vor allem die
Wildbann-, Landesgerichts- und Burgfriedgrenzen mit Stei-
nen und Bäumen markiert, aber auch Flüsse und Bäche
zeigten den Grenzverlauf an. Die zu einer Grundherrschaft
gehörigen Häuser waren daher auch nicht automatisch in-
nerhalb des Herrschaftsbezirkes gelegen, z.B. in der Ort-
schaft Judenleiten gehörten acht Häuser zur Herrschaft
Windhaag, lagen aber innerhalb des Wildbann- und Land-
gerichtsbezirkes Schwertberg/Windegg, welche ebenfalls
fünf Häuser in dieser Rotte besaß, eine Feuerstatt unter-
stand der Herrschaft Haus.
1449 verkaufte Marquard der Öder aus der Linie Kriech-
baum dem Veit Tannböck auf Windhaag und Aich bei Zell,
Besitzungen am Geyersberg. Darunter müsste sich auch
die sogenannte „Blumenweide“ im Ausmaß von ca. 30
Joch befunden haben. Die genannte Größenordnung
scheint jedoch sehr ungewöhnlich, da in früherer Zeit die
meisten Felder, Äcker und Wiesen kaum größer als ein
Tagwerk (3.600 bis 5.000 m²) waren. Auf dieser soll ur-
sprünglich den Hausbesitzern der Ortschaft Judenleiten
das Recht auf deren Benützung, ihr Vieh zu ernähren und
im Walde Holz zu sammeln, gestattet worden sein.
Der Reichsgraf Joachim Enzmillner verstarb im Jahre
1678. 1680 wurde seiner Tochter Eva Magdalena (1629 bis
1700), Priorin des Klosters Windhaag, die Herrschaft über-
tragen. Diese müsste daher die Abtrennung der „Blumen-
wiese“ von der Herrschaft Windhaag durch Schenkung an
die Hausbesitzer anno 1685, an die der Grenzstein erin-
nert, vorgenommen haben. Schriftliche Aufzeichnungen
konnten darüber nicht gefunden werden. Der Legende
nach sollen steinerne Überreste von der Burg Geiersberg
im 15. Jht. zum Bau der Kirche in Allerheiligen verwendet
worden sein.
Ich bedanke mich bei Herrn Archivkurator Kons. Mayböck
herzlich für seine fundierte Hilfestellung.
Quellen: „Heimatbuch Allerheiligen“ Seite 93 bis 95,
Sitze und Freihöfe, Beitrag von Kons. Leopold Mayböck.
„Beitrag zur Heimatkunde geschildert von der Lehrerschaft
des Bezirkes 1904“ Seite 113, von Julius Aichberger.
ROCK‘N ROLL &
STAATSVERTRAG
die neue Sonderausstellung
im Perger Stadtmuseum
Schon der Titel beleuchtet die bunte Vielfalt des zeit-
geschichtlichen Abschnitts zwischen 1950 und 1960.
So mancher von uns hat die „Fünfziger” miterlebt.
Jüngere fühlen sich angezogen von legendenhaften
Eindrücken. Radio, Film, neue Musiksorten, stehen
neben einer wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung.
Im Jahre 1955 hieß es dann: „Österreich ist frei.”
Die
Ausstellung im Heimathaus will sich an Dingen
unserer Umgebung orientieren. Unsere Heimat
soll im Mittelpunkt stehen; dazu brauchen wir die
Unterstützung der Bevölkerung.
Möbel, Zeitschriften, Bilder, Erinnerungsstücke, Gerä-
te, Informationen. Die neue Schau soll zum Erinnern,
Betrachten, Einordnen, zum Vergleich einladen.
Wir sammeln Leihgaben –
Telefon 0650/ 542 77 86 oder 07262/ 523 87
Eröffnung der Ausstellung:
Mittwoch, 13. Mai 2015 - 19.00 Uhr